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02.10.2011 erstellt von: Jörg Viehmann


Zum Wein nach Alzenau

Zum Wein nach Alzenau (1)

Gastbeitrag von Martin Mergel (ADFC Darmstadt)


Zum Wein nach Alzenau (2)

Pünktlich um 10 Uhr sammelt sich eine bunte Truppe von etwa 15 Radlern im Innenhof des Mühlheimer Rathauses. Ausgerüstet mit Zweirädern unterschiedlichster Bauart, von Mountainbike bis Rennrad, von Eisen bis Carbon, alle gut gelaunt und hoch motiviert – kein Wunder bei dem strahlenden Sonnenschein und dem Ziel, das uns erwartet, das fränkische Weinland.

Unser Tourenleiter Jürgen Mälzer gibt den Start frei. Anfangs ist es noch etwas frisch, denn die Tour geht zunächst durch Waldgebiet. Sie führt uns schon bald zum ersten Highlight, den Dietesheimer Steinbruchseen. Das waren früher große Steinbrüche, in denen Basalt abgebaut wurde. Heute sind es lauschige Seen, eingerahmt von Felswänden, oben drauf Wald und unsere Radlertruppe, die vorsichtig einen Blick nach unten riskiert. Wirklich eine idyllische und außergewöhnliche Landschaft!

Wir lassen den Wald hinter uns und radeln durch Streuobstwiesen, erfahren, dass in einer Ecke sogar Wein angebaut wird. Ein ganz seltenes Tröpfchen, der Ertrag sei wenige hundert Flaschen im Jahr, nur über den Geschmack wurde nichts gesagt. Die Windjacken werden eingepackt, denn jetzt kommt die Sonne.

Durch Klein-Auheim, dann über den Main, am Kohlekraftwerk Großkrotzenburg vorbei, in der Ferne der Hahnenkamm, zu dessen Füßen unser Ziel liegt, bei guter Fernsicht. Wir erreichen das Mainufer, es riecht nach Fisch. Eine malerische Flusslandschaft, hoher Wasserpegel dank Staustufe. Und massenhaft Radler unterwegs, jeder, der ein Rad sein eigen nennt, hat sich heute drauf gesetzt. „Gegenverkehr!“-Rufe warnen unsere Gruppe und die Kontrahenten, vermeiden Kollisionen.

Bei Kahl verlassen wir den Main und folgen der Kahl (was war zuerst, der Bach oder der Ort?) entlang dem Kahlgrund–Radweg ins Seitental nach Alzenau. Es geht meist nur leicht bergauf, ein Glück bei der Sonne, die Temperatur steigt auf knapp 30 Grad. Vorbei an Alzenau mit seiner malerischen Burg – die wäre eigentlich einen Besuch wert, aber der Magen knurrt – bis in den Ortsteil Michelbach, zum Weingut Simon.

Herrliches Weinland! Der Wein wird hier in zünftigen Portionen ausgeschenkt, das Viertel ist eine kleine Portion. Der Halbe ist für Radler als Weinschorle angesagt, hmmm, wenn man natürlich zwei davon trinkt, hat man doch wieder fast eine Flasche geschafft, denn es wird gut eingeschenkt. Dazu gibt es deftige Speisen, außerdem sind Kürbisse im Angebot, in allen Größen. Der Antrag, einen von den großen Exemplaren in die Satteltasche des Tourenleiters zu packen, zum Rücktransport, findet jedoch keine Zustimmung.

Wohl dagegen der Vorschlag, auf dem Rückweg einen Abstecher zum „Schluchthof“ zu machen. Diese Ausflugsgaststätte in Kleinostheim an der Rückersbacher Schlucht glänzt mit exquisiten Biersorten zu zivilen Preisen – kein Wunder, wir sind gerade in Bayern – und mit einem breiten Angebot von selbstgebackenen Torten, lohnt also den Umweg Richtung Aschaffenburg auf jeden Fall. Der „Schluchthof“ ist ein echter Geheimtipp – parkende Autos schon hunderte von Metern davor und dahinter, und natürlich jede Menge Fahrräder. Trotzdem, die meisten Kuchensorten sind noch erhältlich, empfehlenswert: die Cappuccino-Torte (die anderen sicher auch, aber der Autor konnte nicht alle probieren).

Den Zeitrahmen der Tour durch den Abstecher etwas strapaziert, geht es jetzt zügig durchs Maintal heim, vorbei an Wiesen mit frischem Heu. Rechter Hand werfen wir einen letzten Blick auf die fränkischen Weinberge. Den mexikanischen Biergarten lassen wir links liegen – eigentlich schade um Corona und Tequila – und erreichen schließlich die Peripherie von Mühlheim. Einigen, die für Idylle schwärmen, zeigt Jürgen zum Abschluss noch die Dietesheimer Seen bei Sonnenuntergang. Wir genießen das Panorama von den diversen Aussichtsplattformen aus auf den Grünen See, in dem sich das Abendrot spiegelt. Beobachten ein einsames Schlauchboot, das seinen Weg durch das Schilf gefunden hat und nun in der Dämmerung auf dem See dümpelt. In der Nähe ein Trommelkonzert, man könnte meinen, wir seien in Afrika.

Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir wieder am Ausgangspunkt, voller Eindrücke. Klasse Tour, vielen Dank, Jürgen!




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