Kopfbild Mühlheimer Schleuse 2
01.12.2020 erstellt von: Thomas Gelling


Transalp – Eine Radtour über die Alpen

Transalp – Bild 1: Blick auf die Zugspitze in Lermoos

Im August 2020 machten sich drei Radfahrer nach 2018 zum zweiten Mal auf eine Alpentour. In sechs Etappen ging es von Ulm über mehrere Alpenpässe bis nach Rosenheim. Insgesamt wurden auf 670 Kilometer Strecke gut 7500 Höhenmeter gefahren. Die reine Fahrzeit betrug 41:25 Stunden.

Zu einer Radtour über die Alpen in Ulm zu starten, ist eigentlich keine schlechte Idee. Man hat zwei Tage zum Einfahren, bevor es ernst wird, und die Bahnreise ab Mühlheim ist von erträglicher Länge.


Was man aber nicht tun sollte ist, den Abend in Ulm mit Freunden und Rotwein zu verbringen, jedenfalls dann, wenn ziemlich viel Rotwein mit von der Partie ist. Entsprechend geriet der Start am nächsten Morgen. Wählen wir das Wort „zäh“, um ihn zu beschreiben. Aber das war ja auch nur das Einradeln. Erstes Ziel war Schwabmühlhausen am Lech. Dort traf sich die Gruppe aus drei Radfahrern, die die Alpen in Angriff nehmen wollten. Und am nächsten Morgen war es dann auch schon so weit. Es ging den Lech stromauf, über Füssen im Ostallgäu nach Lermoos in Österreich. Wegweiser im ersten Abschnitt der Tour war die überwiegend gut ausgeschilderte Via Claudia Augusta.

Etwas hakelig ist die Durchfahrt durch Füssen. Nimmt man die Theresienbrücke (schiebend durch die Fußgängerzone und die sehenswerte Altstadt – Vorsicht, die Polizei schnappt alle fahrenden Radler!), schneidet man einen deutlichen Umweg ab. Vor Lermoos gibt es zwei relativ kurze, aber steile Anstiege. Im Übrigen kommt man gut voran.

Bild 1: Blick auf die Zugspitze in Lermoos
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Gleich am Start am nächsten Morgen in Lermoos (950 m) lauerte der Fernpass. Nicht täuschen lassen! Seine Höhe ist mit 1212 m angeben, das ist aber die Höhe der Autostraße. Die Passhöhe auf der Via Claudia liegt bei 1275 m. Bevor es in den finalen Anstieg geht, empfiehlt sich eine Pause am malerischen Weißensee.
Bild 2: Am Weißensee
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Der Anstieg auf Schotter ist nicht ohne. Oben angekommen geht es rechts weg und Sie bleiben bitte auf der abschüssigen Wegführung. Sie verlassen dann die Via Claudia, aber glauben Sie mir, alles andere bereuen Sie. Der Weg ist nämlich unmöglich geführt. Meine Wegführung bringt Sie zwar auf die B 179, doch auf der geht es dann flott bergab. Die Straße macht Spaß und sie ist weit weniger gefährlich als nachts durch Offenbach zu fahren… ☺
Bitte aufpassen bei km 18,7 (gerechnet ab Lermoos). Dort schräg links abzweigen und schon hat die Via Claudia Sie wieder. Der Rest bis ins Inntal ist nicht weiter schwierig und eine recht charmante Fahrt. Dort erreicht man mit 700 m den vorerst tiefsten Punkt der Tour. Am Inn angekommen heißt es auch Abschied nehmen von der Via Claudia Augusta, die dem Inntal stromaufwärts folgt.
Unsere Etappe hatte Sölden im Ötztal als Ziel. Unsere kleine Reisegruppe ließ sich nämlich von mir überreden und nahm mit etwas Zögern meinen Vorschlag auf, der „Timmelsjoch“ hieß, wenn wahrscheinlich auch nur deswegen, damit ich endlich Ruhe gebe. An diesem Punkt könnte man aber auch auf der Via Claudia bleiben und über Landeck, Pfunds, Martina (Schweiz), den Reschenpass ins Etschtal (Südtirol) fahren. Von dort geht es hinunter nach Bozen und wieder aufwärts über Brixen zum Brenner. Das wäre eine deutlich leichtere Variante als die hier vorgestellte Tour.

Hinter Sautens erreichten wir das Ötztal, geschaffen von der Ötztaler Ache, wie dessen Hauptfluss heißt. Bleiben Sie entspannt! Auch wenn es auf der Karte nicht so aussieht, wird Sie ein ausgeschilderter Radweg nach Sölden bringen.
Bild 3: Unterwegs im Ötztal
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Bild 4: Ötztaler Ache
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Der ist zwar zuweilen etwas ungünstig geführt, aber er lässt sich insgesamt gut befahren. In Sölden haben Sie immerhin 1350 m erreicht und sind somit höher als der Fernpass. Zum Abendessen in Sölden nehmen Sie ruhig etwas mehr Geld mit, Sie werden es brauchen. Unsere kleine Gruppe jedenfalls nahm nach dem Essen mit einer Flasche Wein aus dem Supermarkt im Garten unserer Pension (Hotel Garni „Maria Theresia“) Platz, und es war ein wirklich schöner Abend, der uns doch kein Loch ins Portmonee brannte.

Timmelsjoch

An diesem Abend zeigte sich, dass man auch mit einer kleinen Gruppe von drei Personen in der Hauptsaison Schwierigkeiten haben kann, Zimmer zu finden. Google, booking.com‌, Telefonate – es war einfach kein Quartier zu finden, das drei Einzelzimmer frei hatte! Außer eines in Freienfeld. „Ja und, dann fahrt halt dort hin...“, höre ich den geneigten Leser sagen, und Sie haben natürlich völlig Recht. Es gab nur ein 2094 m hohes Problem namens Jaufenpass, das sich unvorteilhafterweise noch vor Freienfeld breitgemacht – oder besser gesagt – aufgetürmt hat. Der ursprüngliche Plan war, von Sölden über das Timmelsjoch zu fahren und dann etwa auf dem halben Aufstieg zum Jaufenpass zu übernachten. Doch daraus wurde nichts und so wurden beide Pässe am gleichen Tag überfahren.

Nach dem Start in Sölden geht es natürlich bergauf. Die maximale Steigung liegt bei 10 Prozent, nur selten mehr und wenn, dann nur mal kurz. Jedenfalls läuft die Tour, man braucht halt Geduld. Eine Weile folgen wir noch der Ötztaler Ache. Genießen Sie dort den Ausblick, der umso schöner wird, je höher Sie kommen.
Bild 5: Aufstieg zum Timmelsjoch / Blick zurück ins Ötztal
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Bis zur Mautstation in Hochgurgl steigt man immer weiter. Etwas verdrießlich ist, dass man hinter der Mautstation zunächst 150 hm fällt, bevor es auf den Endanstieg aufs Timmelsjoch geht. Diese Steigung fällt sogar etwas flacher aus als der Teil vor der Mautstation. Man braucht eben Zeit, aber glauben Sie mir, wenn Sie – wie wir – Glück mit dem Wetter haben, genießen Sie jede Pedalumdrehung.
Bild 6: Aufstieg zum Timmelsjoch
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Und glauben Sie mir auch: Als wir auf der Höhe 2485 m (die Straße passt auf 2474 m, auf 2485 m liegt das Restaurant, die dortige Aufschrift „2509 m“ ist geschwindelt) angekommen waren, haben wir gegrinst wie besoffene Erdhörnchen. Das „Bergfest“ bestand aus Espresso, Bananen und viel Wasser. Ein paar Fotos, damit unsere Heldentaten zuhause auch bewiesen werden können, und schon ging es wieder weiter.

Hinter dem Timmelsjoch liegt Südtirol. Die deutlich steilere Ostflanke zwingt die Straße in waghalsigen Kurven abwärts. Nehmen Sie den Rat ernst: Prüfen Sie ihre Bremsen, bevor Sie sich talwärts stürzen, und bremsen Sie alle Kurven vorsichtig und mit langen Bremswegen an. Die Kehren sind zum Teil ausgefahren und nicht immer sind entgegenkommende Autos sofort zu erkennen. Und selbst wenn alles frei ist: Semmeln Sie da nicht runter, als wäre Ihre Schwiegermutter auf einem Besen reitend hinter Ihnen her, denn die Toleranz für Fahrfehler ist nicht sehr groß. Dies beachtend macht die Abfahrt wirklich Spaß. Vorsichtig fahrend können Sie auch den gigantischen Blick talwärts genießen.
Bild 7: Abfahrt vom Timmelsjoch
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Im weiteren Verlauf der Straße passieren Sie sogar ein paar Tunnel. Bald aber heißt es wieder aufpassen! Sie müssen den Linksabzweig nach Stuls erwischen. Verpassen Sie den, dann müssten Sie weiter abwärts bis St. Leonhard in Passeier, dessen Zentrum auf knapp 700 m liegt. Von dort ginge es dann wieder aufwärts und zwar auf den Jaufenpass. Ihnen würde also ein erneuter Anstieg von 1400 hm bevorstehen. Die Fahrt über Stuls mag auch nicht die allseligmachende Weisheit sein, aber sie ist etwas leichter. Nach dem Abzweig (km 21,7 / 1168 hm ab dem Timmelsjoch) geht es zunächst wieder aufwärts, was sich etwas zieht und das steilste Stück der Etappe darstellt. Die Straße steigt aber nicht so steil wie sie ab ihrem Brechpunkt wieder fällt. In der Spitze sind es etwa 25 Prozent, so meine Schätzung, und dort hinunterschauend sahen meine Freunde Anlass zur Schelte ob meiner Tourenführung, die noch durch ein Sperrschild zusätzlich befeuert wurde. Aber was sollte ich denn machen? Ich bin ja da auch noch nicht gewesen! Lassen Sie sich nicht bange machen. Man kommt da auch wieder runter, und dem Sperrschild können Sie getrost mit kalter Ignoranz begegnen. Nur in Gegenrichtung würde ich es nicht versuchen, dort hochzufahren wäre zumindest einmal eine Herausforderung.

Jaufenpass

Mit km 29,7 haben Sie auf 1091 hm die zweite Passstraße des Tages erreicht. Die SS 44, die den Jaufenpass erschließt, ist ein Schaf im Wolfspelz. Kurz gesagt: Rauf auf die Straße, meine Pinion 1.18 in den 3. Gang gelegt und den erst auf Passhöhe wieder rausgenommen. Durchgehend steigt die Straße mit 7 Prozent und oberhalb der Baumgrenze wird sie richtig schön.
Bild 8: Aufstieg zum Jaufenpass
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Man braucht halt nur wieder Geduld. Da lohnt es sich, mit Freunden zu fahren, um jemanden zum Plaudern auf der Passrampe zu haben.
Bild 9: Auf dem Jaufenpass
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Nach einem weiteren Espresso im Restaurant auf der Passhöhe (km 44,1 ab Timmelsjoch) ging es dann wieder abwärts in Richtung Sterzing. Man braucht etwa 1:15 Stunden für die verbleibenden 23 km bis Freienfeld. Stellt man sich auf die Pedale, so schafft man das auch in einer Stunde.

Aber warum nun ausgerechnet Freienfeld? Das liegt am Hotel „Lener“, das zwei Besonderheiten hat: Erstens übernachtet man – für einen Lokomotivführer standesgemäß – in einem Orient-Express-Wagen, der wirklich liebevoll und originalgetreu hergerichtet ist (kostet aber ein paar Euro).
Bild 10: Quartier in Freienfeld
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Und zweitens wegen des „Wagenrades“; das „Wagenrad“ ist in diesem Fall eine Pizza von gefühlt 40 cm im Durchmesser, belegt mit allerlei guten Sachen und einfach ein Genuss. Von der Menge her gerade richtig nach so einer schweren Tour mit zwar nur 91 km Länge, aber mehr als 2500 hm (wobei nur die aufwärts gefahrenen Höhenmeter gezählt werden). Doch dieses Mal (wir waren schon öfter dort) haben wir versagt. Die Pizza war beim besten Willen nicht zu schaffen. Aber satt, zufrieden und bei einem Glas Rotwein über die Tour plaudernd war auch das ein wunderbarer Abend.

Brenner

Nun mag mir der geneigte Leser Ignoranz vorwerfen, aber – äh Brenner…? Was ist schon der Brenner? – Na gut, in Ordnung, wenn’s denn sein muss, dann geht’s auch noch über diesen Hügel. Nach den gestrigen zwei Pässen ist der Brenner nur eine kleine Herausforderung. Von 900 m startend war der Brennerpass mit seinen 1425 m schnell erreicht. Die Tour ist bis auf wenige kurze steile Abschnitte problemlos zu fahren, der Weg gut ausgeschildert. Hinter Sterzing geht es einmal recht straff aufwärts. In Gossensaß folgt man erst der Brennerbahn, die in einem weiten Bogen in einem Tunnel Höhe gewinnt. Der Radweg führt aber schon vorher rechts aufwärts, wobei es etwas stärker ansteigt. Man kommt dann auf die Trasse der alten Brennerbahn, auf deren Asphaltdecke sich immer leicht steigend, aber zügig vorankommen lässt.
Bild 11: Aufstieg zum Brenner
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Bis zur Ortschaft Brenner geht es auf Radwegen weiter. Die Fahrt zum Brenner ist eher nicht beeindruckend, auf jeden Fall kein Vergleich zu den Landschaften des Vortages.

Hinter dem Brenner, auf der österreichischen Seite enden dann die fahrradfreundlichen Wege. Ohne Alternative muss man auf die B 182. Die ist recht stark befahren, jedoch breit genug, um sicher unterwegs sein zu können. Erst bei km 14,3 (ab Brenner) kommt man von der Straße runter. Immer um 1000 m pendelnd erreicht man auf einer wenig befahrenen Nebenstraße Lans, wo der Verkehr deutlich stärker wird. Hinter Ampass erreichen wir den Inntalradweg und dann auch bald das Ziel dieser Etappe, die Marktgemeinde Jenbach.
Meine Freunde blieben übrigens auf der B 182 und fuhren über Innsbruck. Die Tour war nur 8 km länger als meine Variante und der Verkehr war erträglich, berichteten sie. Diese Alternative ist also ebenfalls fahrbar.

Achensee

Ab Jenbach hat man zwei Möglichkeiten, wenn das Endziel Rosenheim ist. Entweder man folgt dem Inntalradweg, auf dem man Rosenheim annähernd steigungsfrei erreicht. Der Weg macht aber keinen Spaß, denn es geht vorbei an vielen Industriestandorten am Inn. Deshalb sei Ihnen die Route vorbei am Achensee, über den Achenpass, Wildbad Kreuth, vorbei am Tegernsee, über Irschenberg und die letzten 15 km entlang des Mangfalls (man trifft auf dessen Radweg zwischen Bruckmühl und Bad Aibling) nach Rosenheim ans Herz gelegt. Wenn Sie diesem Tipp folgen, sollten Sie in Jenbach gut frühstücken! Zwischen Jenbach und dem Achensee lauert die stärkste Steigung der gesamten Tour, zumindest wenn Sie die Landstraße (Kasbachstraße) nehmen. Die in weiteren Kehren geführte B 181 steigt zwar nicht so stark an, ist aber stark befahren und bedeutet einen ganz erheblichen Umweg.
Die Kasbachstraße steigt auf 4,1 km um 370 hm und fordert Ihnen mit 17 Prozent Steigung im letzten Teil des Anstiegs einiges ab. Oben sind Sie, wenn Sie Maurach erreicht haben. Direkt hinter dem Bahnübergang der Schmalspurbahn folgen Sie der Dorfstraße, die Sie auf den Radweg zum Achensee bringt. An diesem angekommen können Sie sich auf eine gut 11 km lange Passage entlang des Sees mit tollen Ausblicken freuen. Achten Sie einfach auf die Ausschilderung. Machen Sie nicht zu viel Tempo entlang des Sees und genießen Sie die Tour!
Bild 12: Am Achensee
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Der Ausschilderung können Sie noch deutlich weiter, bis zum Ortsausgang Achenkirch folgen. Kurz bevor die Straße zum Schotterweg wird, sollten Sie links abbiegen und auf die B 181 fahren. Der geschilderte Radweg ist undankbar. Es kommt dann doch noch ein Stück Radweg und schon sind Sie an der Grenze zu Deutschland, wo der Radweg wieder endet. Zum Achenpass müssen Sie auf der B 307 hochsteigen, was aber aufgrund des geringen Autoverkehrs gut zu machen ist. Der letzte Pass der Tour liegt nur 941 m hoch.
Hinter Stuben geht es rechts auf einen Waldweg, auf dem Sie bis zum Tegernsee fahren können. Dieser Weg wird Ihnen gefallen!
Bild 13: An der Weißach / Unterwegs zum Tegernsee
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Am Südzipfel des Tegernsees, den wir östlich umfahren haben, nehmen Sie rechts abzweigend die Landstraße (St. 2076), die anfangs noch einen Radweg hat. Bis zum Mangfall geht es dann fast nur über Straßen ohne Radwege. Zuweilen sind Radwege ausgeschildert, die Sie aber meiden sollten. Sie führen über Umwege und mit teils kräftigen Steigungen. Dieser Abschnitt ist jedenfalls nicht so schön, doch als Lückenschluss nicht zu vermeiden. Natürlich könnten Sie ab dem Tegernsee auch andere Ziele ansteuern wie zum Beispiel München.

In Rosenheim angekommen gab es in einem der vielen bayerischen Gasthöfe ein „Galadinner“ anlässlich unser gelungenen zweiten Alpenüberquerung. Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns und traten per Bahn die Heimreise an.


Transalp – Bild 2: Am WeißenseeTransalp – Bild 3: Unterwegs im ÖtztalTransalp – Bild 4: Ötztaler AcheTransalp – Bild 5: Aufstieg zum Timmelsjoch / Blick zurück ins ÖtztalTransalp – Bild 6: Aufstieg zum TimmelsjochTransalp – Bild 7: Abfahrt vom TimmelsjochTransalp – Bild 8: Aufstieg zum JaufenpassTransalp – Bild 9: Auf dem JaufenpassTransalp – Bild 10: Quartier in FreienfeldTransalp – Bild 11: Aufstieg zum BrennerTransalp – Bild 12: Am AchenseeTransalp – Bild 13: An der Weißach / Unterwegs zum Tegernsee

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Fahrrad

Wenn Sie sich auf Alpentour begeben, versteht es sich von selbst, dass Sie ein berggängiges Fahrrad brauchen. Ich fahre ein Tourenrad mit einer Tretlagerschaltung Pinion 1.18, deren gesamtes Schaltspekturm auch nötig ist. Außerdem sind kräftige Bremsen erforderlich, auf meine Scheibenbremsen Magura MT 5 (200/180) war jederzeit Verlass. Meine Freunde waren mit grundsoliden Kettenschaltungen unterwegs und kamen ebenfalls sehr gut zurecht.
Achten Sie aber bei Schaltungen – egal welcher Bauart – darauf, dass Sie ein paar untersetzende Gänge zur Verfügung haben. Eine Untersetzung von 1 : 0,7 sollten Sie einstellen können.

Die Nutzung von E-Bikes (Pedelecs) halte ich bei so langen Etappen für zwecklos. Überschlägig gesagt, dürfte eine Akkuladung nicht einmal für die Hälfte einer der hier dargestellten Tour-Etappen ausreichen.

Kleidung

Sie sind in den Alpen und deshalb sollten Sie auch im Hochsommer Kleidung für kühle Temperaturen und natürlich für Regen dabei haben. Selbst bei strahlendem Sonnenschein ist es im Hochgebirge kühl, was Sie bei Pausen und besonders bei Abfahrten zu spüren bekommen. Eine gute Jacke aus Funktionsmembran sollten Sie jedenfalls dabei haben. Beinlinge und Vollhandschuhe gehören ebenfalls ins Gepäck.

Berge

Faustregel: 80 Prozent aller Radfahrer haben sich schon einmal überanstrengt, von diesen 80 Prozent haben sich wiederum 80 Prozent auf Bergfahrten verausgabt. Meine Erfahrung sagt: Bergfahrten spielen sich in erster Linie im Kopf ab, nicht in den Muskeln. Natürlich bedarf es einer gewissen Ausdauer, aber dies erfordert jede Radtour. Achten Sie auf Bergetappen also darauf, sich nicht zu sehr anzustrengen. Machen Sie das, was das Fahrrad will. Brauchen Sie zu viel Kraft, schalten Sie soweit herunter, bis Sie am Berg mit etwas mehr als Grundlast treten, also mit etwas mehr Kraft als in der Ebene. Im Kopf müssen Sie nur akzeptieren, dass Sie langsam sind. Wenn Sie das hinbekommen, dann kommen Sie jeden Berg hoch. Und falls Sie auf einem besonders steilen Stück doch mal forcieren müssen, so haben Sie genug Reserven, um das auch zu schaffen.

Gerade mit dem Rad sind Bergfahrten im Allgemeinen und Alpentouren im Besondern ein Erlebnis, das Ihnen lange in Erinnerung bleibt. Diesen Bericht habe ich – abgesehen von ein paar Ortsnamen und den Tourdaten – aus dem Kopf geschrieben und so die ganze Tour noch einmal erlebt.


Ich hoffe, Sie hatten beim Lesen dieses Berichts ebenso viel Freude wie ich beim Schreiben.

Meinen Freunden Enno und Stefan danke ich für diese Tour.

Auf geht’s!



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  • Kommentar von Thorsten Rauch am 13.12.2020:

    Hallo Thomas
    Du hast die Tour wunderbar beschrieben, so dass man diese beim lesen mitgefahren ist. Und wer schon mal das vergnügen gehabt hat mit Dir eine Tour zu fahren ( und sei es nur die Wasserkuppe hinauf ) weiß wie schön die Ausblicke sind die man bei einer Bergtour erleben kann. Man sollte auf jeden fall den Tipp mit der Einteilung der Kräfte befolgen und schafft dann jeden Berg. Ich freue michdarauf wieder eine ADFC Tour in 2021 mit dir zu fahren!




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